SpiderBasic 2.32 beta 1 is available

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TroaX
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Re: SpiderBasic 2.32 beta 1 is available

Beitrag von TroaX »

RocketCake ist zwar in der Nutzung relativ angenehm. Aber der Code-Output ist gerade, wenn man versierter und erfahrener ist, zum schütteln. Es ist ähnlich wie damals Kompozer bzw. NVU ein klassisches hauptsache-es-geht-irgendwie-Projekt. Semantisch ist der Code nicht zu gebrauchen, intern wird nicht richtig mit den Elemente umgegangen. Das bedeutet, das bei Korrekturen oder beim austesten im Markup irgendwann ewig verschachtelte DIV's landen, die aber alle leer, ohne zusätzliche CSS-Formatierungen oder sonstige Attribute sind. Das führt dazu, das sich der Code unnötig aufbläht. Ich finde zwar das Prinzip mit dem einsetzen von Inline-Codes sehr interessant. Aber weder für HTML, CSS, JS noch für PHP gibt es im Editorfenster Zeilennummern sowie Highlighting. Man ist auf einen externen Editor angewiesen. Die Vorschau im Editor ist nicht nach aktuellen Webstandards und somit nicht akkurat. "Responsive" sieht man also in der Regel nicht einmal richtig. Die Vorschau über den Browser arbeitet mit einen unvollständigen Export, wodurch das automatische Hamburger-Menü nicht aufklappt, wenn man die Breite für eine Navigation reduziert. Aber immerhin macht es das Tool automatisch. Es werden keine Paragraphen genutzt. Da freut sich jeder Screenreader. Genauso wie der Verzicht auf Elemente wie article oder aside.

Und noch einmal zu Spiderbasic. Spiderbasic ist nicht dazu da, Webseiten zu erstellen. Es ist dazu da, RIA bzw. PWA Anwendungen zu generieren. Im Grunde aber auch letzeres nicht wirklich. Und wenn man ehrlich ist, auch ersteres nicht. Das Web funktioniert nun einmal nicht wie eine Desktop-Anwendung. Als RIA benötigt es umfangreiche Authentifizierungs-, Authorisierungs,- und Sessionmechaniken, um überhaupt ansatzweise heutige Sicherheitsstandards abzudecken. Es ist auf Grund fehlender Techniken weder mit Sessions über REST (dazu benötigt man so etwas wie OAuth, OpenID und/oder JWT) kompatibel, noch lässt sich auf Grund fehlender Bibliotheken/Funktionalitäten in Purebasic der Kram einmal mit eigener API (REST inspiriert, aber nicht per Definition REST) entwickeln. Und das hat Fred und seine Mitentwickler irgendwie noch nicht gerafft. PWA benötigt erweiterte Kontrolle über das Caching im Browser. Was macht die Datenbank-Bibliothek noch einmal genau? Es wird von SQLite in der Beschreibung geschrieben. Aus dem Browser heraus? Ich kenne nur LocalStorage, IndexedDB oder das eigentlich schon tote WebSQL. Für ChromeOS oder generell Desktop wären auch Funktionen nett, die beim Browser die Anfrage nach einem Desktopshortcut triggern oder auch Notifications bereitstellen.

Spiderbasic hat keine Identität und wirkt auch nicht ambitioniert. Es hat nur etwas vor vielen Jahren versprochen, was schon damals utopisch klang. Spiderbasic ist für Einsteiger schlicht nicht zu gebrauchen (aber das können sie auch nicht merken, weil auf dem ersten Blick alles geht und einfach das Knowhow über den Background fehlt) und für versierte Programmierer so fummelig, das sie es am Ende schneller und besser von Hand hätten erledigen können (was sie dann in der Regel tun, weil ihnen auch schnell die Defizite auffallen würden). Man kann nicht mehrere Sprachen (Markup, Style, Script) einfach wegabstrahieren, auf ein Minimum reduzieren und dabei gleichzeitig alle Sicherheitsaspekte außer Acht lassen. Das kann auch RocketCake nicht. Dreamweaver kann das nicht. Google Webdesigner kann das nicht. All diese Tools können immer nur Teilaspekte abdecken. Aber sobald es darum geht, das Frontend mit einem Backend zu verknüpfen (egal ob klassisch oder mit REST), ist Handarbeit gefragt. Genauso bei erweiterten Browserfeatures, die man für PWA's benötigt.

Natürlich könnte man aus Prinzip sagen, das man seine Kunden nicht im dunkeln lassen sollte. Aber ich bin auch der Meinung, das momentan PB 6.00 so ambitioniert ist, das sich auf Grund der sehr kleinen Teamgröße die aktuelle Vernachlässigung von Spiderbasic von alleine erklären sollte. Wenn man vom Zustand von Spiderbasic nicht zufrieden ist, dann sollte man dies am besten damit zum Ausdruck bringen, in dem man die Lizenz einfach nicht verlängert. Schließlich wird es ja nicht abgeschaltet und Updates gab es ja eh keine.
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